Orthopäde Salzburg Dr. Planitzer Alexander

Unter einer Infiltration versteht man die Abgabe eines Medikamentes über eine Spritze in unseren Körper. Die Spritze bzw. die Nadel kann dabei unter die Haut, in den Muskel, in ein Gelenk oder in den Wirbelkanal gegeben werden, um das Medikament direkt an den Ort des Geschehens zu bringen.

Die meisten Infiltrationen (bzw. Injektionen) in der Orthopädie enthalten ein lokales Betäubungsmittel in Kombination mit Kortison, Hyaluronsäure oder Eigenblut (ACP / PRP). Je nach Diagnose wird das passende Medikament für Sie gewählt, um Ihre Schmerzen zu behandeln.

Die Infiltrationen sollten steril nach ausreichender Desinfektion durchgeführt werden, um Infektionen in diesem Bereich zu vermeiden.

Die Spritzen können in den Muskel gegeben werden und so als Depotpräparat über längere Zeit wirken. Dabei ist keine spezielle Lokalisation erforderlich. Bei Spritzen in das Gelenk reichen meist knöcherne Landmarken und der Tastbefund aus, um zielgenau in das Gelenk zu treffen.

Bei der Behandlung der Wirbelsäule sind die Zielgebiete der Spritzen sehr klein und tief im Körper, weshalb zumindest ein Röntgengerät zur Hilfe genommen werden sollte. Damit kann die Nadel punktgenau an die richtige Stelle gebracht werden und entweder der Wirbelkanal oder die Lendennerven adressiert werden. In manchen Fällen finden diese speziellen Infiltrationen auch mit Hilfe einer Computertomografie statt.

Eine Blutverdünnung sollte vor einer Infiltrationen unbedingt pausiert werden, um Einblutungen / Blutergüsse zu vermeiden. Bei Infiltrationen der Wirbelsäule kann es vorübergehend zu einem Schwächegefühl in den Beinen /Armen kommen, weshalb Sie an diesem Tag keine weiteren Aktivitäten durchführen sollten.

INFILTRATIONEN  BEI GELENKEN

  • Infiltration mit ACP / PRP (alle Gelenke)

  • Infiltration mit Hyaluronsäure (grosse Gelenke)

  • Infiltration mit Kortison (alle Gelenke)

INFILTRATIONEN  AN DER WIRBELSÄULE

  • Infiltration der Wirbelgelenke (Facettengelenke)

  • Infiltration des Kreuz-Darmbeingelenkes (KDG/ISG)

  • Infiltration der Nervenwurzel (Wurzelblockade)

  • Infiltration des Wirbelkanals

  • Infiltration des Hiatus Sacralis (Sacralblockade)

INFILTRATIONEN DER GELENKE

KORTISON

Kortison ist das wohl bekannteste entzündungshemmende Medikament in der Medizin. Es ist ein Hormon, das im Körper selbst produziert wird und einem genauen Regelkreis unterliegt. Es kann aber auch synthetisch hergestellt werden und steht uns in Form von lokaler Anwendung (z.B. als Salben und Cremes), als Tabletten und als Infusionen und Injektionen zur Verfügung.

Eine Infiltration mit Kortison kann sowohl in Gelenke, als auch in die Nähe von Gelenken und an Sehnen und Muskeln injiziert werden. Dabei wird es meist mit lokalen Betäubungsmitteln gemischt, um das Verteilungsvolumen zu erhöhen. Es kommt danach direkt am Ort der Infiltration zu einer Hemmung der Entzündungskaskade und damit zur Schmerzlinderung und Abschwellung.

NEBENWIRKUNGEN

Nach kurzer Anwendung sind grundsätzlich keine Nebenwirkungen zu erwarten. Allgemeine Reaktionen (z.B. Wassereinlagerung, erhöhter Blutzuckerspiegel, Rötung im Kopfbereich) sind normale Wirkungen von Kortison und deshalb nicht als Komplikation oder Unverträglichkeit zu werten. Eine langfristige Kortisoneinnahme kann allerdings schwerwiegende Komplikationen hervorrufen und sollte unbedingt vermieden werden.

HYALURONSÄURE

Hyaluronsäure ist ein wichtiger Bestandteil von Bindegewebe und dient zur Wasserspeicherung. Damit kommt es zu einer erhöhten Druckfestigkeit und Stabilität. Zusätzlich dient sie als Schmiermittel in Gelenken als Hauptteil der Gelenksflüssigkeit.

Kommt es im Laufe des Lebens zu einem Gelenkverschleiss, kann Hyaluronsäure als künstliche Gelenksflüssigkeit in ihre Gelenke injiziert werden. Diese Form der Behandlung wird schon seit Jahrzehnten im Bereich der Orthopädie angewandt. Sollte der Verschleiss des Gelenkes zu hoch sein, zeigt die Infiltration mit Hyaluron allerdings keine Wirkung mehr und sollte nicht mehr durchgeführt werden.

Die Infiltration mit Hyaluronsäure findet nicht nur in der Orthopädie Anwendung, auch im Gesichtsbereich wird sie in der plastischen Chirurgie oft eingesetzt. Eine Unterspritzung der Haut führt zu einer Reduktion der Falten, in dem die reduzierten Fettpölster ersetzt werden. Gleichzeit wird Wasser eingelagert und es tritt ein Verjüngungseffekt ein.

Hyaluronsäure wird bereits seit Jahrzehnten erfolgreich und komplikationsfrei eingesetzt. Im Bereich der Gelenke gibt es verschiedene Arten von Hyaluronsäure mit verschiedenem molekularem Gewicht. Dadurch lassen sich unterschiedliche Wirkungsmechanismen und Wirkungsdauer erzielen. Auch Kombinationen von verschiedenen Hyaluronsäuren (Doppelkammerspritze) und die Kombination mit Kortison (Cingal®) werden als Weiterentwicklung angeboten.

AUTOLOGES KONDITIONIERTES PLASMA – ACP / PRP

Die PRP-Therapie (Platelet Rich Plasma oder Thrombozytenreiches Plasma) wird seit Jahren erfolgreich im Bereich der Orthopädie und Sportmedizin eingesetzt. Es handelt sich dabei um eine Form der Eigenbluttherapie, in der zuvor die roten Blutkörperchen durch Zentrifugation entfernt werden und das thrombozytenreiche Plasma übrig bleibt. Thrombozyten haben einen hohen Gehalt an Wachstumsfaktoren und Zytokinen, das heisst es kommt zu einer Geweberegeneration und Entzündungshemmung.

Die Behandlung umfasst vor allem den Gelenkverschleiss, aber auch chronische Entzündungen und Schmerzen an Sehnen und Muskeln. Als Alternative zu einer Operation kann ACP auch bei Sehnenrissen eingesetzt werden und führt so zu einer beschleunigten Heilung.

Auch PRP wird in unterschiedlichen medizinischen Bereichen eingesetzt, etwa bei der Wundheilung von chronischen Wunden, in der Schmerztherapie und gegen Haarausfall. Schönheitschirurgen verjüngen damit ihren Gesichts- und Hals,- Dekolleté und Handbereich.

DIE RICHTIGE SPRITZE FÜR IHRE SCHMERZFREIHEIT

DR. MED. ALEXANDER PLANITZER MSC

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INFILTRATION DER WIRBELSÄULE

Spritze Rücken Dr. Planitzer Orthopäde Salzburg

Bei chronischen Schmerzen an der Wirbelsäule kann eine Infiltration der Facettengelenke zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken herangezogen werden. Eine gezielte Blockade des zuständigen Nervs kann auf längere Zeit zur Schmerzfreiheit führen.

Bei einem Bandscheibenvorfall kommt es zu einer Bedrängung der abgehenden Nervenwurzel und damit zu klassischen Ischias – Beschwerden mit absteigenden Schmerzen ins Bein. Hier kann eine Betäubung des Nervs in Kombination mit Kortison zu einer vorübergehenden Linderung der Schmerzen führen. In weiterer Folge kann der Bandscheibenvorfall physiotherapeutisch behandelt werden und gemeinsam mit Infusionen oder oralen Schmerzmedikamenten zu einer dauerhaften Lösung ihrer Beschwerden führen.

Um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen, ist es notwendig ein bildgebendes Verfahren zu Hilfe zu nehmen, um die Nadel genau in das Zielgebiet führen zu können. Die Lendenwirbelsäule und die schmerzhaften Strukturen befinden sich tief im Inneren des Körpers und sind manuell schwer zu adressieren, aufgrund dieser Tatsache werden Röntgengeräte (Bild nebenbei) und Computertomografen zur Hilfe eingesetzt.

Infiltrationen werden im Krankenhaus oder speziell ausgestatteten Ordination durchgeführt.

Im folgenden Video sehen Sie die Zusammenfassung und Erklärung einer Wirbelsäuleninfiltration an der Lendenwirbelsäule

PERIRADIKULÄRE INFILTRATION / NERVENWURZELBLOCKADE

Die periradikuläre Therapie ist eine nichtchirurgische Schmerztherapie (durch Infiltration) zur Behandlung von Nervenwurzelschmerzen an der Hals- oder an der Lendenwirbelsäule. Ein Druck auf die Nervenwurzel z. B. durch einen Bandscheibenvorfall führt in den meisten Fällen zu starken Schmerzen im Arm oder im Bein. Die Schmerzausstrahlung ist abhängig von der betroffenen Nervenwurzel. Nervenschmerzen im Bein werden umgangssprachlich als «Ischiasschmerz» bezeichnet.

Erfahrungsgemäss lassen sich Nervenwurzelschmerzen häufig mit herkömmlichen Schmerzmedikamenten nur unzureichend lindern. Mit der periradikulären Therapie gelingt es in vielen Fällen eine Operation zu umgehen oder den Schmerz bis zum chirurgischen Eingriff gut zu lindern.

WIRKMECHANISMUS

Bei der periradikulären Therapie wird die unter Druck stehende Nervenwurzel mit einer Medikamentenmischung aus Kortison und lokalem Betäubungsmittel (z. B. Lidocain) umspült. Diese werden mit einer dünnen Nadel in unmittelbarer Nähe des Nervs injiziert. Kortison wird als entzündungshemmendes Medikament eingesetzt. Bei Nervenwurzelschmerzen sind chemische und/oder mechanische Entzündungsprozesse beteiligt. Durch die Verringerung dieser Entzündung nehmen auch die Schmerzen ab.

FACETTENGELENKSINFILTRATION

Facettengelenke sind paarige Zwischenwirbelgelenke, die Verbindungen zwischen benachbarten Wirbelkörpern herstellen. Eine Arthrose dieser Gelenke ist meist sehr schmerzhaft und führt abhängig von der Lokalisation zu Nacken- oder zu lumbalen Rückenschmerzen. Am Schmerzprozess spielen meist noch andere schmerzauslösende Faktoren (z. B. Muskelverhärtungen) eine Rolle.

Bei der therapeutischen Infiltration wird ein Gemisch aus Lokalanästhetikum und Kortison in das Gelenk gespritzt. Durch die Kortisonwirkung wird die schmerzhafte Reizung für längere Zeit gelindert oder komplett beruhigt. Die begleitende Physiotherapie mit dem Schwerpunkt des gezielten Muskelaufbaus wirkt in den meisten Fällen zusätzlich unterstützend.

WIRKMECHANISMUS

Durch gezielte Injektion von lokalem Betäubungsmittel (das nur einige Stunden wirkt) wird das Gelenk für kurze Zeit «blockiert» oder ruhiggestellt. Von grosser Bedeutung ist die genaue Beobachtung der Schmerzen während der ersten Stunden nach der Intervention. Diese Methode hilft uns, die schmerzauslösenden Gelenke besser einzugrenzen und so die beste Behandlung anzubieten (diagnostische Infiltration). Bei der therapeutischen Infiltration wird ein Gemisch aus Lokalanästhetikum und Kortison in das Gelenk gespritzt. Durch die Kortisonwirkung wird die schmerzhafte Reizung für längere Zeit gelindert oder komplett beruhigt.

Nervenwurzelinfitration Orthopäde Salzburg
Röntgen Infiltration Wirbelsäule Orthopäde Salzburg

PERIDURALE / EPIDURALE INFILTRATION

Die epidurale Kortisonjektion an der Wirbelsäule ist eine nichtchirurgische Schmerztherapie zur Behandlung lumbaler Rückenschmerzen und/oder Nervenwurzelschmerzen.

Sie wird bei Bandscheibenvorfällen durchgeführt, wo es durch Druck auf die Nervenwurzel zu klassischen Nervenschmerzen (Ischias) kommt. Auch bei der Einengung des Wirbelkanals (Vertebrostenose) kann diese Form der Infiltration Anwendung finden.

WIRKMECHANISMUS

Bei der epiduralen Steroidinfiltration wird ein Medikamentengemisch bestehend aus Kortison, lokalem Betäubungsmittel und/oder Kochsalzlösung in den Epiduralraum injiziert. Der Epiduralraum ist ein in der Wirbelsäule gelegener schmaler Raum mit Fettgewebe und Blutgefässen ausserhalb des Duralsackes. Der Duralsack umschliesst das Rückenmark und die Nervenwurzeln.

Kortison wird als entzündungs- und schmerzhemmendes Medikament eingesetzt. Meist sind bei Rückenschmerzen und Nervenwurzelschmerzen chemische und/oder mechanische Entzündungsprozesse beteiligt. Durch die Verringerung der Entzündung nehmen auch die Schmerzen ab. Das lokale Kortisondepot (durch Injektion) wird in der Regel viel besser vertragen als Kortisontabletten. Lokale Betäubungsmittel (z. B. Lidocain) sind kurz wirksame schmerzblockierende Substanzen, die zusätzlich noch lokal vorhandene, schmerzauslösende Entzündungen verdünnen.

SACRALBLOCKADE – INFILTRATION DES WIRBELKANALS

Die epidurale Steroidinjektion an der Wirbelsäule ist eine nichtchirurgische Schmerztherapie zur Behandlung lumbaler Rückenschmerzen und/oder Nervenwurzelschmerzen.

Eine typische Indikation dafür ist der akute Bandscheibenvorfall mit Druck auf eine Nervenwurzel und dadurch ausgelöste Nervenschmerzen (umgangssprachlich als «Ischiasschmerz» bezeichnet) oder die lumbale Spinalkanalstenose. Mit der epiduralen Steroidinfiltration gelingt es in vielen Fällen, eine Operation zu umgehen, oder den Schmerz bis zum chirurgischen Eingriff gut zu lindern. Gute und rasche Erfolge lassen sich auch bei akuten lumbalen Rückenschmerzen erzielen.

WIRKMECHANISMUS

Kortison wird als entzündungs- und schmerzhemmendes Medikament eingesetzt. Meist sind bei Rückenschmerzen und Nervenwurzelschmerzen chemische und/oder mechanische Entzündungsprozesse beteiligt. Durch die Verringerung der Entzündung nehmen auch die Schmerzen ab. Das lokale Kortisondepot (durch Injektion) wird in der Regel viel besser vertragen als Kortisontabletten. Lokale Betäubungsmittel (z. B. Lidocain) sind kurz wirksame schmerzblockierende Substanzen, die zusätzlich noch lokal vorhandene, schmerzauslösende Entzündungen verdünnen.

Infiltration Wirbelsäule Orthopäde Salzburg
Infiltration Wirbelsäue Orthopäde Salzburg

NACH DER INFILTRATION

Im Anschluss an die Infiltration verbringen Sie – abhängig von der angewendeten Technik und Ihrem Befinden – zur Überwachung von Blutdruck und Sauerstoffsättigung kurze Zeit im Behandlungszentrum oder im Warteraum. Danach können Sie das Spital verlassen. Sie sollten unmittelbar nach der Intervention kein Fahrzeug lenken. Am Tag der Infiltration verzichten Sie bitte auch auf schwere körperliche Tätigkeiten und Sauna- oder Schwimmbadbesuche.

Risiken und Komplikationen

Die epidurale Infiltration, Facettengelenksinfiltrationen und die periradikuläre Therapie sind sichere Behandlungen, die mehrmals täglich durchgeführt werden. In all den Jahren sind keine Komplikationen aufgetreten, insbesondere keine Komplikationen mit bleibenden Störungen oder Schäden.Kurzzeitige Störungen, ausgelöst durch das Lokalanästhetikum oder das Steroid sind möglich, meist gering und falls erforderlich gut behandelbar. Z.B. durch Lokalanästhetikum ausgelöster Schwindel oder durch Kortison erhöhter Blutzucker, erhöhter Blutdruck, Schlafstörungen, Gesichtsröte. Alle Symptome dauern in der Regel Stunden bis wenige Tage an.

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